Was ist Skabies?
Skabies, im Volksmund auch Krätze genannt, ist eine Hauterkrankung , die sich in starkem Juckreiz äußert und hochansteckend ist. Ausgelöst wird Skabies durch die sog. Krätzemilbe, die sich in der Oberhaut von Menschen und Tieren einnistet. Bereits seit dem Mittelalter ist die Krankheit bekannt und verbreitete sich früher besonders während Kriegen stark und hatte häufig das Versterben der Betroffenen zur Folge. Obwohl die Hygienestandards in den heutigen Industrienationen immer weiter fortschreiten, ist die Krankheit nach wie vor weltweit verbreitet.
In der Epidermis legt das Weibchen der Krätzemilben, das ca. 0,3 bis 0,5 mm groß ist, in selbst gegrabenen Gängen seine Eier und seinen Kot ab. Diese Gänge in der Hornschicht (bevorzugt im dünneren Bereich) der menschlichen Haut können bis zu 1 cm lang sein und dadurch auch mit dem bloßen Auge sichtbar. Zu beobachten sind die Gänge häufig in Körperfalten, wie z. B. zwischen den Zehen oder im Genitalbereich. Nach der Begattung der Weibchen versterben die männlichen Krätzemilben, nach der Ablage der Eier sterben auch die Weibchen. Ungefähr drei Wochen nach der Ablage entschlüpfen den Eiern Larven, die sich wiederum zu paarungsfähigen Milben weiterentwickeln und auf dem Wirt weiterleben. Die Eier und der Kot der Milben sind die Auslöser für Hautveränderungen wie Krusten-, Blasen- Furunkel- und Quaddelbildung. Durch den starken Juckreiz können bei Patienten mit Skabies auch Kratzwunden bzw. weitere Infektionen entstehen. Durch den Umstand, dass die Erkrankung an Skabies einen Wirt und einen Parasiten erfordert, gilt die Krätze als eine parasitäre Erkrankung.
Nach einer Einordnung unter anderen Gesichtspunkten ist Skabies eine sexuell übertragbare Infektionskrankheit. Die Krankheit kann sich schnell ausbreiten und auf andere Menschen übertragen werden. Körperlicher Kontakt wie u. a. durch Geschlechtsverkehr macht die Übertragung möglich. Menschen, die miteinander auf engem Raum leben, wie z. B. Familien oder Bewohner von Senioreneinrichtungen, sind gefährdet, auch zu erkranken, wenn sich eine erkrankte Person in ihrem Kontaktkreis befindet. Daher gehört Skabies auch zu den meldepflichtigen Erkrankungen in Deutschland und befallene Personen sollten den engeren Kontakt mit anderen Menschen meiden.
Sonderformen von Skabies
Scabies crustosa: Bei dieser Sonderform sind – was eher ungewöhnlich für Skabies ist – Rücken- und Kopfpartie des Wirtes betroffen und es bilden sich stark ausgeprägte Krusten. Hierbei besteht eine besonders große Ansteckungsgefahr, da die Anzahl der Parasiten hoch ist, was auch zur Folge haben kann, dass Scabies crustosa über Gegenstände übertragen werden kann.
Scabies granulomatosa (granulomatöse Krätze): Die Betroffenen dieser Skabiesform leiden neben den typischen Symptomen zusätzlich an entzündeten, knotigen Hautveränderungen. Als Ursache für diese zusätzliche Erscheinung wird das Eindringen der Milben in tiefere Hautschichten durch Kratzen vermutet.
Scabies incognita (gepflegte Krätze): Da sich bei dieser Form der Skabies der Juckreiz häufig ohne auffällige Hautveränderungen einstellt, ist die Erkrankung nur wenig offensichtlich und wird häufig nicht erkannt.
Scabies norvegica: Ein sehr starker Milbenbefall und damit eine schwere Form von Skabies kann bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem, wie z. B. bei Kindern, Älteren oder HIV-Erkrankten auftreten.
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